WerbeschilderMitte des 19. Jahrhunderts änderte sich durch die Industrialisierung das Konsumverhalten der Menschen. Neuartige Produktionsverfahren, die erstmals das Herstellen von Massenware schnell und preiswert möglich machten, steigerten das Angebot auf dem Markt. Damals schon suchten die Anbieter nach wirksamen Mitteln, ihre Produkte bekannt und beliebt zu machen. Um die Aufmerksamkeit der Kunden auf die Produkte zu lenken, kamen immer mehr Emailleschilder (Werbeschilder) zum Einsatz. Am Anfang waren es nur Schriftbotschaften. Kurze Zeit später kamen Produktabbildungen in vergrößerter Form auf den Werbeschildern hinzu. So entfaltete sich in den 1890er Jahren ein neues Betätigungsfeld im Bereich der Werbung, die Herstellung von Werbeschildern. Sie war von Anfang an Qualitativ hoch und zugleich sehr effektiv. Gerade Marktführer wie Nestlé, Dr. Oetker, Maggi, Persil oder Henkel erkannten sehr früh die Verkaufs-steigernde Wirkung der Werbeschilder. Fortan waren sie über all im Land, in Einkaufszentren bis hin zum kleinsten Tante Emma Laden zu finden. Werbeschilder hatten damals wie heute die Funktion, ein Produkt und dessen Unternehmen bekannter zu machen bzw. dessen Prestige zu verbessern. Daher gelten sie nicht als Verkehrsschilder, die eine andere Funktion haben. Ein Werbeschild aus Blech suggerierte gleichbleibende, hohe Qualität und Einzigartigkeit. So versuchte ein Unternehmen, sich von der Konkurrenz abzuheben und grenzte sich gleichzeitig von Plagiaten ab. Dauerhafte Werbung in Form von Werbeschildern ist nach wie vor gefragt, doch wird verstärkt wieder Plakaten und temporären Werbemitteln der Vorzug gegeben, da eine massenhafte Verbreitung so günstiger ist. Produkte und Dienstleistung werden ständig optimiert und verändert, daher macht ein Werbeschild wenig Sinn, da es eine dauerhafte, unveränderliche Werbeform darstellt. |